Samstag, 27. August 2016
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Der Architekt kommt zu Wort

"Nach-Gedachtes" zur Planung des 1. Bauabschnittes der Gewerblichen Schule II in Aachen (heute: Berufskolleg für Gestaltung und Technik)

Treppenhaus Eingangshalle

Was mag in jemandem vorgehen, der zum ersten mal diese große Schule betritt? Stört ihn der kurze "Spaziergang" vom Parkplatz her?
Nimmt er wahr, dass hier der umbaute Raum von ca. 150 Einfamilienhäusern entstand, nämlich 126.000 cbm? Und die Großzügigkeit?

Bei der Planung des Schulgebäudes wurde angestrebt, zweckmäßig zu bauen und die in der damaligen Zeit des immer währenden Wachstums und der euphorischen Zukunftsschau ausgebrochene „Gigantomanie“ zu vermeiden. Dadurch entstand - erfreulicherweise - kein "Schulschlachtschiff" mit unzweckmäßigen Klimaanlagen und verfehlten Klassenraumgrößen für jeweils 120 Schüler, die oft schon nach wenigen Jahren umgebaut werden mussten.

Pausenhof vor Mensa

Die Jury prämierte 1971 einen Entwurf, der viele aus der Konzentration in einem Baukörper sich ergebenden Schwächen wie Unübersichtlichkeit, Klimatisierung etc. vermied, die verschiedenen dazugehörigen Schulformen in eigenen, einfach gegliederten Baukörpern zusammenfasste und durch geradlinige, übersichtliche Flure miteinander verband.

Durch leichte Höhenunterschiede im Gelände war es möglich, in der mittleren von drei Ebenen den Haupteingang anzuordnen und somit kurze vertikale Verbindungswege zu schaffen.

Die zweigeschossige Eingangshalle dient als Verteiler. Sie ist Bindeglied zu Aula und Mensa, die, getrennt vom Schulbetrieb, auch von außen zu betreten sind. Unmittelbar neben dem Haupteingang liegen, leicht auffindbar, die Verwaltungsräume.

Über die untere Ebene der Eingangshalle sind, geschützt durch überdachte Pausenhofflächen, die Sportstätten erreichbar. Die einzelnen Abteilungen mit Teilzeit- oder Vollzeitunterricht sind in insgesamt vier parallelen Gebäudeblöcken unterschiedlicher Ausdehnung und Höhe untergebracht.

Luftaufnahme von Westen (Aufnahme von 1987, vor der Erweiterung der Parkplätze und dem Bau der neuen Turnhalle)

Vom Berliner Ring aus gesehen, liegen hinter einem bepflanzten Erdwall, der den Lärm von diesem Autobahnzubringer abfängt, zunächst die Werkstatträume für Holz-, Metall-, Elektro- und Fahrzeuglackierarbeiten. Darauf folgt ein in sich geschlossener Block mit Unterrichtsräumen, der in enger Beziehung zu den Werkstätten bzw. zu dem auf der anderen Seite benachbarten Abschnitt der naturwissenschaftlichen Abteilung steht. Hieran schließt sich der Takt mit dem großen Bereich Elektrotechnik und dem bereits erwähnten Haupteingang an.

Luftaufnahme von Süden (Aufnahme von 1987, vor der Erweiterung der Parkplätze und dem Bau der neuen Turnhalle)

Ohne viele Details aufzuzählen, ist sicher die Hauptaufgabe der Architekten eindeutig darin erkennbar, eine sinnvolle Zusammenfassung und Verknüpfung von Unterrichts-, Labor- und Werkstatträumen mit den Bereichen zu erzielen, die für eine Schule nicht minder wichtig sind, wie z.B. denen der Verwaltung und der allgemeinen pädagogischen Verwendung, mit ihren verschiedenartigen Anforderungen.

Schließlich war sowohl im konstruktiven System als auch bei den Installationen eine mögliche Veränderbarkeit von Bauformen und -inhalten zu berücksichtigen.

Eine derartige Aufgabenstellung konnte nicht die Idylle einer kleinen Grundschule auf dem Lande mit sich bringen.

Ich hoffe jedoch, dass unser Bemühen deutlich geworden ist, durch differenzierte Architektur, wechselnde Ausblicke, lebhaft gestaltete Außenanlagen u.a.m. einen menschlichen Maßstab zu erreichen und Monotonie zu vermeiden.

R.W. Sandhof
 

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